Episode: Wie die Bundesliga mit AI und Daten Millionen Fans erreicht - Alexander Altenhofen (DFL)
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Das Transkript der Episode
Hi, hallo und herzlich willkommen zu Beyond Code, dem Interview-Podcast mit den Machern und Experten aus der Tech-Szene. Mein Name ist Felix Becker. Schön, dass du wieder dabei bist. Fußball in der Bundesliga ist mehr als nur ein Spiel. Es ist sportliche Leistung auf Top-Niveau, pure Emotion, ein Erlebnis, das Millionen von Menschen verbindet. Und gleichzeitig ist es längst auch ein massives Datenökosystem. Jedes Wochenende entstehen Millionen von Datenpunkten, Bewegungen, Pässe, Laufwege, Entscheidungen in Echtzeit.
Aber erst durch Technologie wird daraus das, was Fans heute erleben. Personalisierte Inhalte, Live-Statistiken und völlig neue Perspektiven auf das Spiel. Genau in dieser Schnittstelle arbeitet die DFL. Dort, wo Fußball auf Plattformen, Daten und skalierbare Systeme trifft. Und wo aus rohen Informationen echte Fannerlebnisse werden. Mein heutiger Gast ist einer der Menschen, die genau das möglich machen.
Als Director Product & Technology bei DFL Digital Sports verantwortet er die digitalen Produkte rund die Bundesliga. Von Apps über Plattformen bis hin zu datengetriebenen Features und neue Erlebnisse durch den Einsatz von AI. Auf Basis skalierbarer Cloud-Infrastruktur, moderner Sensorik und kontinuierlicher Innovation entstehen hier Systeme, die Millionen Fans weltweit erreichen und begeistern. Darüber spreche ich heute mit Alexander Altenhofen.
Alexander, herzlich willkommen zu Beyond Code. Schön, dass du dir Zeit genommen hast.
Ja, Felix, vielen Dank. Ich freue mich auf das wunderbare Gespräch.
Super, schön, dass du da bist. Wir starten den Podcast mit einer Standardfrage. Wann hast du zum letzten Mal Code geschrieben und was für ein Code war das?
Ja, auf die Frage habe ich mich gefreut, Felix. Ich muss da ehrlich sagen, ich habe relativ früh während meines Studiums der Wirtschaftsinformatik festgestellt, dass Programmieren jetzt nicht unbedingt meine Stärke ist. Ich war eher so mehr der Data Typ. Und deswegen ist das schon ein bisschen was her. Man muss dazu sagen, jetzt mit der Entwicklung im AI Bereich komme ich da jetzt ganz gut bei rum, weil da scheint es zu sein, dass Code schreiben jetzt vermutlich eher Community ist.
Ich mache aber auch viel, ⁓ kleine Agent zu schreiben und zu konfigurieren, ⁓ meine tägliche Produktivität zu steigern.
Das ist super spannend. heißt, persönliche Produktivität ist so dein Ding mit Agents. Bist du im Moment nicht alleine? Willst mal teilen, welche Agents du hast?
Absolut.
Mein Lieblingsagent ist der, der ich protokolliere. Ich habe einen kleinen Agent gebaut, der mir neuen Notizen aufbereitet. Er korrigiert Rechtschreibfehler, tagt die automatisch, bringt mehr Kontext rein und läuft jeden Morgen los.
Die Knowledge Database ist für mich sehr hilfreich, weil sie mir viel Kontext und Arbeit erleichtert. ⁓
Das ist spannend.
Du hast dich im Vorfeld selbst als Datenfreak bezeichnet. Wie sehr arbeitest du noch mit den Daten oder hast du vielleicht auch konkrete Beispiele aus der aktuellen Saison, wo wir jetzt gedacht hätten aus dem Bausgefühl, das geht gar nicht so in diese Richtung und die uns so ein bisschen überraschen? Kannst du da was teilen?
Ich bin tatsächlich ein Datenfreak. Das war tatsächlich auch meine erste Aufgabe hier bei der DFL, nämlich so ein datengetriebenes Arbeiten hier reinzubringen. habe damals das Data Team und unseren Data Stack aufgebaut und deswegen atme ich quasi Daten. habe unser Team auch so aufgebaut, dass jede Entscheidung auf Grundlage von Daten basiert, die die Termin eigentlich mit Data Insights anfängt.
und verbringe auch meine Wochenenden damit, dass ich mir schon immer anschaue, wie viel die Unique User wir jetzt um 17 Uhr um 19 Uhr und so weiter. Ich bin da besonders, sagen wir so, unabhängig von den ganzen Produktdaten. Da können wir nachher noch mal viel zu sprechen. Ein besonderes Dateninsight aus dieser Bundesliga-Saison ist für mich...
Der zweiterfolgreichste Vorlagengeber der Bundesliga. Ich weiß nicht ob du das weißt Felix, aber es ist kein Star vom FC Bayern. Es ist nicht Louis Dias, Kimmich oder Co. Es ist tatsächlich ein norwegischer Außenverteiger von Borussia Dortmund. Julian Riasson hat sensationell 12 Assists gehabt nach 26 Spieltagen. Das finde ich ziemlich beachtlich.
Ich glaube der Marktwert von ihm diese Song deutlich gesteigert. Ich fand den schon immer gut als er damals bei Union Berlin gespielt hat. Jetzt bei Doppen spielt er ziemlich starker der Song. Das war für mich auf jeden Fall ein Inside nochmal der beachtlich war unabhängig von den Produkt KPIs und Fan Daten mit denen wir uns sonst so beschäftigen.
Ja, sehr cool. Jetzt Hand aufs Herz. Findest du alle Vereine gut oder hast du auch einen Verein, für den so deine Emotionen brennen?
Als DFL-Mitarbeiter bin ich zur Neutralität verpflichtet. ich komme aus Köln und deswegen schlägt mein Herz für den Verein dieser Stadt.
Alles klar, sehr schön. Wir sind ja hier unter uns. Du hattest ja gesagt, ihr sammelt sehr viele Datenpunkte auch. Kannst du bisschen teilen, in welcher Skalierung ihr unterwegs seid? Kannst uns einen Eindruck geben, was dort an Daten auf euch zukommt, wie die Usabase eure Systeme konsumiert? Einfach mal so quer durch die Bank.
Genau.
Ja.
Ja,
also das ist tatsächlich sehr spannend, weil die Bundesliga hat natürlich eine super starke Brand und das nicht nur in Deutschland, sondern international. nach unseren Research-Daten gibt es über eine Milliarde Menschen auf der Welt, die sich für die Bundesliga interessieren. Es gucken jedes Wochenende mehr als 10 Millionen Menschen, die Bundesliga im Fernsehen, live und in verschiedenen On-Demand-Formaten nur in Deutschland.
Dann kommt quasi noch die ganze internationale TV-Reichweite dazu. Deswegen haben wir auch unsere eigenen Produkte, die wir hier mit unserem Team in Köln entwickeln. Sehr hohe Nutzer-Sessions und Eventdaten, die jedes Wochenende bei uns eingehen. heißt, so ein Herzstück unserer Produkte ist die Bundesliga-App. Die wird von mehreren hunderttausend Nutzern an einem üblichen Spieltag genutzt. Und gerade wenn natürlich...
interessante Spiele am Wochenende sind, dann haben wir da sehr viele Nutzer, die dann zum Teil innerhalb von Sekunden dann in die App kommen und Content konsumieren. Das ist glaube ich so, sagen wir mal, so top level und ich würde mal sagen bottom up, was wir mit einem Team innerhalb der DFL machen, ist unsere Schwesterfirma, die SportTech Solutions.
Die sind für das Thema Spieldaten verantwortlich. heißt, die erfassen alle Spieldaten für die Spiele der Bundesliga und der zweiten Bundesliga. Auch für ein paar andere Ligen und Wettbewerbe mittlerweile. Aber die generieren auf Basis von Kammertechnologie Positionsdaten. Das muss man sich mal vorstellen. Pro Spiel werden 1,7 Millionen, jetzt kommt immer bisschen aufs Spiel drauf an, 1,5 bis 1,7 Millionen Positionsdaten generiert. Das heißt, für die Bundesliga und zweite Bundesliga
In der Saison sind das fast 1 Milliarden Daten nur an Positionsdaten, die generiert werden. Und auf Basis dieser Daten berechnen wir neue Statistiken, lernen daraus Stellen, den Verein in verschiedenen Formen Verfügung. ja, also wir reden über eine höhere Eskalierung, als man sich vielleicht auf den ersten Blick vielleicht vorstellen kann.
sehr spannend. Latenz ist wahrscheinlich bei euch auch so ein Thema. Wie kriegt ihr das denn eigentlich hin, ihr, also Licht braucht ja eine gewisse Zeit bis es übers Kabel ist, ihr verteilt das weltweit, hast du eben gesagt. Wie optimiert ihr, dass ihr möglichst wenig Latenzen dort drin habt?
Also wir profitieren da, muss man sagen, sehr von unseren Technologiepartnerschaften. Wir haben seit 2020 mittlerweile eine Technologiepartnerschaft mit AWS, dem ein oder anderen wahrscheinlich bekannt. Und haben da über die letzten Jahre sehr viel in der AWS Cloud aufgebaut, sehr viel Serverless aufgebaut, sodass wir jetzt in der Lage sind, wenn ich selber im Stadion bin und sehe ein Tor im Stadion, mache dann die App auf und gehe zum Beispiel in Live-Ticker und sehe ich
zwei Sekunden nach dem Tour in der App quasi schon mal eine Content-Rail, Story zu dem jeweiligem Tor wir sind, würde ich mal sagen, bis End to End sind wir nicht real-time, aber near real-time und ist für uns natürlich auch teilrelevant, weil wir Daten ja auch zum Beispiel weitergeben und weiterverkaufen als Geschäftsmodell und da haben wir einen hohen Anspruch und ist auch einer der USPs.
wirklich cool.
Sehr schön. Ich habe noch ein weiteres Format innerhalb des Podcasts etabliert und zwar nehme ich eine Frage mit von meinem folgenden Podcast Gast und werde sie dir gleich stellen und als kleine Vorwarnung auch für dich. Zum Ende werde ich dich natürlich genauso nach einer Frage für den nächsten Gast bitten. Der letzte Gast war Niklas Gustavsson ist Chief Architekt und VP bei Spotify.
und wir haben sehr viel über Engineering gesprochen, auch über die Skalierung von Spotify und deshalb passt das hier sehr gut rein. Er hat die Frage an dich, was war die aufregendste, stressigste oder schmerzhafteste War Story, die du beim Betrieb von Large Scale Services erlebt hast? Hast du da was, was du mit uns teilen kannst?
Hm.
Das Das war das Saisonfinal der Saison. Dortmund war vor Bayern. Dortmund braucht eigentlich nur einen Sieg und dann sind sie Meister. Dortmund spielt zu Hause gegen Mainz und Bayern spielt in
Dortmund wird das Spiel gewinnen. Dortmund endet unentschieden. Bayern führt und dann kriegt der 1. FC Köln einen Elfmeter. Dortmund 1 zu 1. Dortmund wird eine 80. Minute Meister.
Wir hatten damals eine Kernbestandteilinfrastruktur. die Real-Time Datenbank. Es gab ein hartes Threshold. kann nur eine gewisse Anzahl an concurrent database connections machen. Wir haben eine vertikale Skalierung gebaut, sodass wir mehrere Datenbanken hatten. Jeder Nutzer, der reinkommt, bekommt über einen One Drop an eine Datenbank zugewiesen. Wir das nicht auf N verschiedene gemacht, sondern auf eine gewisse Anzahl.
Wir sehen schon, dass nah an diesen Peak kommen. Und 90. Minute. Musiala schießt das Tor für den FC Bayern. Bayern zieht an Dortmund vorbei in der letzten Minute. Und boom wir hauen über diesen Threshold rüber. Und es gibt halt eine gewisse Anzahl an Nutzern, die in den Sekunden in die App kommen, die keine neue Database Connection bekommen. Und wir können in der Sekunde, ich glaube es waren am Ende zwei Minuten oder so,
Das Ergebnisanzeigen hat uns genervt. Wir haben den Teil der Infrastruktur verändert. Wir auf einer besseren Basis unterwegs. Das war crazy, weil mit allen Teams dabei haben alles vorbereitet. Dann kam eine Situation, die der Fußball so macht. In der 90-Minute schießt Bayern das 2 zu 1. Dortmund wird nicht Meister. Bayern zieht in der 90-Minute an.
Wir müssen halt dafür Systeme bauen, auch mit so was in Situationen umgehen können.
Genau, das schlägt dann
eins zu eins durch bis in die Infrastruktur, die diese ganzen Daten liefert. Und ich gehe mal davon aus, jetzt skaliert das automatisiert und ihr habt ja nach oben keine Limits mehr. Gerade mit Cloud Infrastruktur dürfte das ja möglich sein. Ja, sehr coole Story. Ja, das kommt zu meiner nächsten Frage. Ich glaube, das hat schon ein bisschen in diese Richtung. Was sind denn eigentlich bei euch solche Peak Events? Wie bereitet ihr euch darauf vor und wie sehen die genau aus? Wie oft gibt es sie? Ist das nur der letzte Spieltag oder ja, vielleicht kann es einfach mal teilen.
So.
Ja.
Wenn du dir so ein EKG-Verlauf vorstellst, so ähnlich sieht bei uns der Nutzungsverlauf aus. Wir sehen ganz klare Peaks zu den Zeiten, wo Bundesliga auch dann auch live gespielt wird. Wir versuchen natürlich auch an einem Dienstag, Mittwoch, Donnerstag ein Angebot mit unseren Produkten zu schaffen, wo wir Fans Inhalte zu der Bundesliga anbieten. Trotzdem wissen wir von all möglichen Daten,
die Musik quasi während des Spieltags stattfindet. Das heißt, die Peaks an Last findet dann auch samstags 15.30, 18.30 etc. statt. Und das können wir auf Basis von vielen Daten sehr gut prognostizieren und dementsprechend unser System auch aufgebaut. Viele ist serverless oder so skalierend gebaut, dass es automatisch nachskaliert Trotzdem gibt es so Pre-Warming-Initiative und so, um sich darauf vorzubereiten.
Aber es gibt auch Situationen, die man nicht vorhersehen Wenn damals Lewandowski in 15 Sekunden, ich glaube in 13 Minuten 5 Tore schießt, das kann ja keiner vorher sagen. Und dann kommen halt auch dann deutlich mehr Nutzer auf unsere Plattform. Natürlich wissen wir, wie viele in der Regel kommen, aber gibt Sachen, kannst du nicht vorhersehen. Dazu gibt es auch aus der anderen Seite Themen, die innerhalb der Woche passieren können, die
Ja.
auch nicht vorhersehbar sind. Wo wir dann nachskalieren können, ist es eher ungewöhnlich. heißt wirklich am Wochenende können wir viel vorhersehen. So sind Systeme auch gebaut, dass sie dann mit skalieren können und über die Zeit haben wir da einfach viel gelernt. Aber es gibt halt unvorhersehbare Momente, die uns dann mal für kleinere Herausforderungen stellen.
Und
mit Sicherheit solche Spiele, Spiele, also letzter Spieltag, enge Tabellensituation. Da sind natürlich alle Augen auf dieses Spiel und dementsprechend auch eine höhere zu erwartende Last. das ist eingepresst. Diese Informationen habt ihr auch im Vorfeld.
Komm!
Genau, also glaube, als Fan
und wir auch als Liga wünschen uns natürlich einfach eine spannende Liga und das bis zum letzten Spieltag. Wenn ich es mir aus der Infrastruktur und Qualitätssicht hätte ich nichts dagegen, wenn es schon vorher entschieden wäre. Aber klar, meine, wir alle wollen irgendwie, dass am 34. Spieltag bis zur letzten Minute spannend ist, so wie es eben auch in der Saison 22/23 beschrieben habe. Und so sieht normalerweise auch so ein Trend-Chart aus. Wir sehen schon, das gibt quasi natürlich am Anfang der Saison.
Viel Aufmerksamkeit, das geht dann irgendwann wieder ab und dann geht es zum Ende der Saison das Interesse an der Bundesliga über Google Trends etc. hoch und das merkt man unserer Plattform. Bis zum letzten Spieltag. Und letzter Spieltag geht es meistens die Wurst.
Genau, und diese Pattern kennt ihr und die betreut ihr ja schon seit mehreren Jahren. Du hattest vorhin schon erzählt, ihr arbeitet mit Videodaten, Kameradaten. Welche Sensorik setzt ihr denn generell ein? Also wenn ich mir jetzt so eine Spielübertragung vorstelle, wo nehmt ihr überall Daten auf? Habt ihr irgendwas an den Spielern, in den Bällen, an der Seitenlinie? Was für Sensorik wird heutzutage eingesetzt während einer Spielaufnahme von den Daten?
Ja.
Hm.
Ja.
Ja, muss man sagen, das macht bei uns die unsere Schwesterfirma Sportech Solutions, aber wir arbeiten super eng mit denen zusammen. Man hat sich irgendwann mal entschieden, nicht Sensorik an die Spieler zu geben. Einfach weil man auch nicht, sagen wir mal, das Spielgeschehen mitunter negativ beeinflussen möchte. Das ist in anderen Ligen anders. Also zum Beispiel in der NFL gibt es Sensorik hier in den Trikots und den Schulterpreustern.
Das ist in der Bundesliga nicht der Fall. Sensor gibt es in Ball. Und wir machen sehr viel mit Kameratracking. Es gibt spezielle Kameras im Stadion. Und über diese Kameras erfassen wir diese Positionsdaten. Also können zu jeder Sekunde sagen, welcher Spieler auf einer X- Y-Achse ist. Plus Ball, plus Schiedsrichter. Und das generieren am Ende diese 1,4 bis 1,67 Millionen Daten.
je nachdem, was das für ein Spiel ist, wie viel sich die Spieler bewegen, Nachspielzeit etc. Und jetzt arbeiten wir schon seit längerem und seit dieser Saison intensiv dazu noch mit sogenannten 3D-Daten. Das wir mit einem Partner zusammen, EA Track App, wo wir Limb-Tracking-Daten haben. Das heißt, zusätzlich zu einer XY-Koordinate von einem Spieler habe ich quasi die Zuhörtsinformationen, wie gewisse
Gelenke quasi platziert sind. Und deswegen kann ich damit nochmal ganz andere Situationen nachstellen. so funktioniert quasi dann auch eine Nachbereitung für eine Abseitsentscheidung zum Beispiel, die wir mit dem DFB und dem Schiedsrichterbund machen. Das heißt, da nutzen wir nochmal andere Daten, nochmal viel genauere Entscheidungen und Spielszenen zu rekapitulieren. Und da geht auch die Reise hin. Also dass wir nochmal
noch mal deutlich mehr Daten generieren und so Spielszenen noch mal anders erlebbar machen können, zu treffen von besseren Entscheidungen oder auch zum Scouting oder Analyse.
sind das zusätzliche Informationen, die gesammelt werden oder werden diese Informationen anhand der Kamerabilder dann raus extraiert?
Das ist
dann zusätzliche Technologie, die dann eingesetzt wird.
Okay, spannend. Wo finde ich die dann? Am Spielfeldrand irgendwo? Oder ist es auch von oben? Wie wird das getrackt? Also das jetzt, diese 3D-Sicht, was du eben gesagt hast, erzeugt.
Die Kameras?
Also die Kameras, sind fest verbaut
und wir sind mit verschiedenen Partnern aktuell im Austausch oder Konzeption zum Teil auch schon in Produkten unterwegs, so welche Daten nutzbar zu machen.
mal sehr cool. Wenn man dich bei Vorträgen sprechen hört, sprichst du oft von der Glas to Glas Strategie, die ihr verfolgt. Kannst du uns ein bisschen Einblick geben, was ist das für eine Strategie, was ist euer Ziel, was ist eure Vision mit der Arbeit, die ihr durchführt?
Ja.
Glass to Glass beschreibt nicht das Glas, aus dem ich jetzt gerade trinke, muss man dazu sagen, sondern wir sprechen immer eigentlich über unsere Wertschöpfungskette der DFL. Wir sprechen immer dann vom Glas der Kamera in so Stadion, die wir gerade zum Beispiel gesprochen haben, bis zum Glas beim Fan, nämlich Glas des Smartphones oder des Fernsehers. Wenn man sich überlegt, im Stadion, eine Torszene wird quasi von einer Kamera aufgenommen, dann ist das quasi Verantwortungsbereich der DFL.
Und bis nachher, es kommt bei deinem SmartTV zu Hause auf dem Fernseher an oder in der Bundesliga-App auf deinem Smartphone. Über diese gesamte Wertschöpfungskette sind wir komplett in Controle Und das ist verglichen zu anderen Fußball-Ligen einzigartig, weil ganz viele andere Ligen haben einzelne Teile dieser Wertschöpfungskette outgesourct oder an Agenturen abgegeben. Aber sie sind auf jeden Fall nicht selber in der Lage, komplette Wertschöpfungskette abzubilden.
Das ist einzige, wir von der Kamera und der Produktion des Ruhesignals, über die digitale Aufarbeitung der Spieldaten, über die Vermarktung der TV-Rechte und der Daten oder für Technologiepartnerschaften, über die Content-Kreation für digitale Angebote, Social Media-Kanäle etc. bis nachher zu einem Endprodukt, zum Beispiel über die Bundesliga-App, diese Wertschätzungskette abbilden.
Das bringt uns in die Lage, auch End-to-End-Produkte zu entwickeln. Ein Beispiel sind die Bundesliga-Match-Facts. Das neue Statistiken, die wir zusammen mit unserem Partner AWS entwickelt haben. Zum Beispiel kennt man aus dem Fernsehen diese Torwahrscheinlichkeit. Nach jedem Tor, was erzielt wurde, blenden wir kurz nach dem Tor immer diese Wahrscheinlichkeit an. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit war, dass dieser Position ein Tor erzielt worden ist.
Das berechnen wir auf Basis von 15.000 historischen Spielen, in der Bundesliga gespielt worden sind. Mittlerweile sind vielleicht sogar ein mehr. Wo wir genau diese Daten haben, also XY-Koordinate der jeweiligen Spieler, Druck der Gegner auf den Ball, Position des Torwart, Geschwindigkeit des Spielers, des Schusses etc. sind am Ende 9 oder 10 verschiedene Metriken. Und auf Basis dessen berechnen wir die Wahrscheinlichkeit, dass aus genau dieser Situation ein Tor erzielt worden ist.
Und das machen wir immer von Sekunden, können das dann im Broadcast und unseren digitalen Produkten so ausspielen und können das auch vermarkten. sind dann nachher die Match Facts powered by AWS. Und die binden wir dann quasi in verschiedenen Produkten ein. Und das ist halt wirklich von Glas der Kamera in einem Stadion bis zum Glas des Smartphones end to end komplett selber in unserer Hand. Und wir sind selber in Control.
Das heißt, die ganze Wertschöpfungskette besitzt natürlich Vorteile, dass man dort auch die Produkte entsprechend planen kann. Erstaunlich, sehr cool. Wenn du jetzt mal, du hast gerade gesagt, 15 Jahre Daten habt ihr erfasst oder ihr habt vielleicht sogar noch mehr Daten. Wie hat sich das denn verändert, wie wir Fußball erleben aktuell? wie, was, was siehst du von dort? Wenn wir damals vom Fernsehen gesehen haben, Samstag 15.30
Ja.
⁓
Bis zu dem, was heute passiert. Wie nimmst du das wahr?
Ich glaube, gesamte Medienkonsumverhalten hat sich in letzten 10, 15 Jahren komplett verändert. Also wenn ich mir anschaue, wie ich selbst, wie meine Kinder Medien konsumieren, dann ist das sehr anders, wie das noch vor 10 oder 15 Jahren war. ich würde sagen, da geht der Fußball mit der Zeit. Ich glaube, das ist ein großer...
Ein großer Vorteil des Fußballs ist immer noch, es ist ein Eventgeschäft. Es findet wirklich in der realen Welt ein Event statt und es treffen sich irgendwie 60.000 Verrückte im Stadion und gucken 22 Spielern zu, wie sie gegen den Ball treten. Das kann ich nicht digital replizieren. Also wir versuchen natürlich ein Angebot zu schaffen, wo wir es auch erlebbar machen wollen, für die 60.000 nicht im Stadion sind. Da gibt es genug Leute, die im TV digital das auf der ganzen Welt irgendwie mitverfolgen wollen.
Das natürlich sehr schwer zu replizieren. das gesamte Medienkonsumverhalten hat sich extrem verändert. Die Aufmerksamkeitsspanne ist extrem gesunken. 90 Minuten lang Fußball zu gucken, wird unter, wo nur ein Tor fällt. Das ist in der heutigen Zeit auch für die Zielgruppe schwer.
andere Content-Formate noch mal zu schaffen, die auch jüngere Generationen anspricht, die eine andere Tonalität haben, die auch eine andere Länge haben. Und was bei uns zum Beispiel super funktioniert, gibt es in der Bundesliga-App für jeden unserer Nutzer, so Matchstories. Das heißt, ich habe so ein Format, wie man es von Instagram und TikTok kennt. Und ich kann quasi so ein Spiel verfolgen und habe da Videos drin, Fotos drin, Statistiken etc. Aber in so einem Story-Format.
Das ist extrem populär und wird sehr viel genutzt. Es noch andere Möglichkeiten und ein Einstiegspunkt für Fans.
Super. Wenn du jetzt mal schaust, diese Statistik, Daten ist ja eher was für Nerds. Und Fußball ist Emotion, das ist Sport, das ist Bewegung. Aber die Daten sind sehr wichtig, ⁓ das Erlebnis zu verbessern. Wie findet ihr denn die Balance, dass die Daten nicht die Oberhand übernehmen, aber dementsprechend wichtig, das Spiel unterstützen?
Und dass die Emotionen bleiben, dass der Fußball im Vordergrund bleibt und die Daten einfach nur unterstützend sind. Wie schaffst du das mit der Balance?
Ich sehe das sehr ambivalent. Ich bin gerne auch selber im Stadion, wenn das meine Zeit zulässt. Da gucke ich ein wenig aufs Handy. Ich habe Stadionwurst und ein Kaltgetränk in der Hand. Ich genieße einfach diese Stimmung im Stadion, auch gerade vor dem Spiel. Trotzdem denke ich, dass, auch verglichen mit der amerikanischen Sportligen, die Berichterstattung und das Storytelling unterstützt durch Daten.
noch echt am Anfang ist. ich glaube, man kann nochmal andere Geschichten erzählen, wenn man interessante Daten hat. diese Torwahrscheinlichkeit, wenn ich die weiter aggregiere, dann gibt es diesen XG-Wert, Expected Goals. Das heißt eigentlich die kumulierte Wahrscheinlichkeit, wie viele Tore gefallen sind in einem Spiel pro Saison etc. Und daraus lassen sich super interessante Statistiken und Storys erzählen. Also wie effektiv war eigentlich ein Team? Hätte eigentlich ein Team auf Basis dieser Statistiken eigentlich eine ganz andere
Positionieren wir Tabelle haben müssen. Was war eigentlich die Situation, wo das Team vielleicht hätte gewonnen können? Was wäre passiert, wenn das und das passiert wäre? Also ich glaube, man hat schon, wir sind da sehr stark in so einem Austausch mit unseren Content-Kollegen. hat, glaube ich, noch mal eine andere Möglichkeit, Geschichten zu erzählen. Und ich glaube, das, was der Fußball bietet, ist halt, aus Daten wieder Emotionen zu generieren. deswegen glaube ich, dass das was unterstützend ist. Nicht desto trotz, glaube ich, dass
dass dieses Raw-Erlebnis im Stadion ganz besonders ist. glaube, der Schlüssel, und das kommt uns total zu gut, der Schlüssel ist am Ende Personalisierung. Und da sind wir wirklich dank der technologischen Entwicklung in der Lage, beides anbieten zu können. Wenn ich weiß, dass ein Nutzer sich nicht so sehr für Statistiken interessiert, dann kann ich ihm ein anderes Erlebnis in unseren Angeboten präsentieren als vielleicht ein Nutzer, der ein anderes Profil aufweist.
Storytelling, das du gerade schon erwähnt, ist für dich ein wichtiger Punkt. Das heißt, aus den Fakten, aus dem Spiel Geschichten zu machen. Wie bringst du das persönlich in dein Team mit rein, dass ihr da in die gleiche Richtung geht? Was macht für dich gutes Storytelling aus?
Ja, gute Frage. was wir super, super stark in den Vordergrund stellen, sind eigentlich unsere Nutzern, unsere Fans. Also unser Ziel als Bundesliga ist, die most fan-centric Football League in the world zu werden. Also die Liga, die am nächsten dran ist bei unseren Fans. Und deswegen versuchen wir,
regelmäßig alle Art von Research durchzuführen. Wir machen so Meet the User Umfragen, laden Leute hier bei uns ein für das Testen von frühen Prototypen, machen Studien, machen kleine Umfragen, machen so Design Sprints, wo wir Nutzern wieder was zeigen und versuchen eigentlich dadurch erst ein Storytelling zu schaffen, was halt passt auf die Bedürfnisse unserer Fans.
Dieses kundenzentriertische Denken, das versuchen wir, Hardcore in jeden unserer Köpfe reinzubringen. Wir sind alle Fußballfans, ein Großteil. Wir denken immer, wir wissen es, aber n gleich eins, würde ich immer sagen. Deswegen versuchen wir sehr stark, das Interesse unserer Fans wieder zu spielen und dann Geschichten für die und User Experience für diese Nutzer gestalten zu können.
Du hast eben gesagt, du bist selbst gerne im Stadion, hast die Stadionwurst, ein Kaltgetränk in der Hand. Ertappst du dich manchmal auch dabei, User Research zu machen? Wie Leute gerade, ob sie auf einem Second Screen unterwegs sind, wie sie reagieren, was du da hörst in den Gesprächen oder bist du voll ein gelockt Fokus auf das Spiel?
Ich versuche maximal im Moment zu sein. Wenn ich aber dann sehe, welche Apps quasi genutzt werden und so, dann muss ich mir ja doch den einen oder anderen Kommentar... Dann kann ich mir schwer unterbinden. Ich versuche wirklich einfach in einem Stadion und als Fan da zu sein oder mit Freunden einfach eine gute Zeit zu haben.
Ja klar. Arbeitet ihr eigentlich auch mit den Vereinen selbst oder mit einzelnen Spielern zusammen oder Schiedsrichtern? Wie sieht da die eure Zusammenarbeit aus? Ich könnte mir vorstellen, die Daten, die ihr generiert oder die ihr aufsammelt, sind natürlich auch für Research, für die einzelnen Vereine mit Sicherheit sehr interessant.
Ja.
Die DFL macht das nicht für einen Selbstzweck. Am Ende sind die 36 Clubs der Bundesliga und die 2. Bundesliga unsere Shareholder Natürlich treiben wir Ideen heran, aber es gibt Aufsichtsräte. Da sitzen die Vertreter der Klubs drin.
total in ihrem Namen und deswegen versuchen wir auch für die den maximalen Mehrwert zu schaffen. Natürlich ist unser größtes Ziel einen monetären Wert zu generieren, also dass die Vereine einfach Geld über Lizenzeinnahmen und Co generieren. Gleichzeitig versuchen wir natürlich auch den den Vereinen zu helfen über über Knowledge Sharing, über Services, die wir bereitstellen. Das heißt zum Beispiel dieses ganze Thema der Spieldaten, was wir mal anfangen.
besprochen haben, dass es auch was, was wir als Service bereitstellen in Rohform oder auch natürlich in Web-Applikationen, in denen sie sich bewegen können. Wir stellen die Streams den Vereinen zur Verfügung, damit sie ihre Analysen und Scouting-Themen abbilden können. Und man muss dazu sagen, es ist ein bisschen anders wie zum Beispiel in USA, wo ich so ein Franchise-System habe. Bei uns sind es Vereine und die Vereine sind nachher die Shareholder der Liga.
heißt, jeder Verein ist schon eigenständig. Auch gerade was im Stadion passiert ist, komplett Hoheit der Vereine. Auch die digitalen Angebote der Vereine sind in der Hoheit der Vereine. Und wir versuchen vor allem dann halt einen Wissensaustausch zu generieren. Und sind natürlich mit denen sehr stark im Austausch, wenn es ⁓ die Kreation von Inhalten geht. Also da ist unser Content-Team sehr stark im Austausch mit den jeweiligen Verantwortlichen des Clubs.
Am Ende versuchen wir natürlich, die Bundesliga als beste Licht darzustellen. Deswegen funktioniert es auch nur mit einer guten Zusammenarbeit mit den Clubs der Bundesliga und zweiten Bundesliga.
Im amerikanischen Sport sieht man immer solche Assistenzen, auf ihren Tablets irgendwelche Informationen während des Spiels sammeln und dann mit dem Headcoach kommunizieren. Passiert sowas auch bei uns? Passiert das über eure Daten?
Ja, es ist
mittlerweile echt Standard geworden. Also mittlerweile Bundesliga an einem Wochenende guckt. Da gibt es kaum noch eine Trainerbank, die nicht mit den Geräten ausgestattet ist, ihre eigenen Apps und Plattformen mitnutzt. Also das ist tatsächlich der Standard geworden. Und jetzt gar nicht auch unbedingt, ⁓ dann nochmal Entscheidungen im Spielgeschehen treffen zu können, sondern auch ⁓ Belastungssteuerung etc.
noch mal besser operieren zu können. Also es hat sich schon sehr stark verändert aus meiner Sicht. Ich glaube, die amerikanischen Ligen sind da vielleicht noch einen Schritt weiter, aber da muss man sich auch nicht mehr verstecken als Fußballer und als Bundesliga.
Das, was ich gehört habe, auf jeden Fall nicht. Sehr cool. Die Schiedsrichter werden ja auch unterstützt durch Daten in Form von Videoanalysen oder irgendwelche Abseitsentscheidungen. Kommen die Daten auch über euch? Macht ihr das auch oder ist das nochmal losgelöst davon?
Ja.
Genau, am Ende ist das eine Zusammenarbeit zwischen DFL und DFB. Der DFB hat dann zusammen mit dem Schiedsrichterbund und unsere Schwesterfirma die Sportex Solutions, die diese Spieldaten generiert, die hat auch nochmal Technologien, zum Beispiel eine automatische Abseits-Linie darstellen zu können. Und da versuchen wir eigentlich
⁓ bessere Entscheidungen auf dem Platz zu ermöglichen. Das mag bei der einen oder anderen Entscheidung als Fan immer wieder positiv oder negativ sein. Die Emotion kennt glaube ich jeder. Aber am Ende versuchen wir mit unseren Teams in der DFL die bestmögliche Technologie zur Verfügung zu stellen und die zu entwickeln und weiterzuentwickeln. nachher die Schiedsrichter auf dem Platz mit den bestmöglichen Set-up zu versorgen
Bei solchen Entscheidungen geht es ja nicht nur ⁓ Emotionen, sondern auch oft Geld, wenn es dann irgendwo weitergeht in irgendeinem Pokalfinale. Wie stellt ihr denn sicher, dass ihr belastbare Daten dort habt? Gibt es irgendwelche Möglichkeiten der Validierung oder wie schützt ihr euch sozusagen, wenn irgendjemand kommt und sagt, das war nicht so? Wie sind eure Schutzmechanismen da?
Also diese Korrektheit der Daten ist natürlich essentiell. Das betrifft alle Daten. Es nicht nur eine Entscheidung, die der Schütziger getroffen hat, sondern auch ob jetzt der Pass von Ulisay auf Kane nochmal abgelenkt wurde durch einen anderen Spieler und ob es jetzt ein Assist für Ulisay war oder eben nicht. Weil am Ende gibt es vielleicht Leute, die auf eine bestimmte Anzahl von Assists auf Ulisay bei unserem Partner Tipico gewettet haben. Und wenn wir sagen, es war kein Assist, weil das war noch ein Spieler am Ball, dann...
ist vielleicht die Wette gültig oder ungültig. Deswegen, da ist ein sehr großer Augenmerk drauf und da gibt es verschiedene Qualitätsstufen der Nachbereitung der Daten, die dann von unseren Kollegen bei der Sportstec-Solutions durchgeführt werden, weil am Ende ist die Informationszweige ganz klar bei der DFL.
Ja, spannend. Jetzt ist nicht nur die Bundesligasaison, sondern es ist auch Weltmeisterschaft. Seid ihr dort auch involviert oder läuft das bei euch außerhalb vom Scope?
Gute Frage. ist so Thema, das wir uns in letzten Jahren immer wieder beschäftigt haben. Ist das ein Event, wo wir als DFL, wo wir zweite Bundesliga präsentieren, uns zurücklehnen oder ist das ein Event, wo wir auch nach einem Angebot schaffen müssen? Meine klare Einschätzung dazu ist immer, wenn ich Fan von einem Club bin, bin ich meist auch Fan von einem Verein, von einem Spieler und wenn...
Ich bin angenommen Bayern München Fan und Harry Kane spielt. Beim FC Bayern bin Fan von Harry Kane. Da möchte ich natürlich auch wissen, wie Harry Kane bei der Weltmeisterschaft spielt und ob er da jetzt besonders performt, ob er wieder ein Tor gemacht hat etc. Also wenn ich kundenzentriert denke, dann ist die WM für uns total relevant und ich glaube auch aus einer Markengesichtspunkt ist eine WM total spannend, weil ganz viele Stars der Bundesliga, unabhängig ob sie jetzt für Deutschland spielen oder für andere,
andere Teams und Länder bei der Weltmeisterschaft aktiv sind und wir eigentlich dann auch für das Produkt Bundesliga werben können. ist das etwas, was auch in unseren Kanälen erlebbar gemacht wird. Da arbeiten schon unsere Teams schon seit längerem dran, dann Angebote zur Verfügung zu stellen. Und wir wollen zur WM so ein kleines neues Feature launchen, was wir zuletzt auf der Sports Innovation vorgestellt haben, unsere Tech-Konferenz, die wir alle zwei Jahre durchführen. Und das wird unser erster
conversational AI Agent sein, komplett personalisiert, nennt sich Captain und den wollen wir jetzt für die WM launchen und da sind wir schon ganz gespannt.
Sehr cool. haben es zuerst gehört. Absolut. Super, danke fürs Teilen. Wir kommen nachher noch mal auf das Thema KI. Wollen wir bestimmt noch mal einen Doppelklick drauf machen, tiefer rein. Du hattest schon einige Produkte immer mal mit eingebracht in das Gespräch. Für was bist du verantwortlich? Welche Produkte sind das denn genau? Falls ich jetzt vor Samstag oder am Samstag mal nachschauen möchte, was muss ich mir installieren?
So.
kann ich denn hier zu dem Podcast dazu von dir? Also was liegt in deiner Verantwortung?
In jeder Verantwortung liegt der Bereich Product & Technology. Ist ein bisschen sperrig. Am Ende sind da eigentlich alle digitalen Fan-Facing-Angebote der DfA und der Marke Bundesliga hinter. Da gehört vor allem die Bundesliga-App zu. Das ist unser Herzprodukt. Dann bundesliga.com, unsere Website, unsere Gaming-Angebote, vor allem der Bundesliga Fantasy Manager.
Und natürlich so der ganze Tech-Sektor, dahinter liegt für CRM, Performance, Marketing, Data, Content, Analytics, liegt bei uns im Team. Dazu verantworten wir die ganze IT-Infrastruktur, Cloud Operations. Und das machen wir hier in Köln mit einem Team von 140 Leuten intern, nochmal externe Kollegen, die uns in den verschiedenen Domänen und Expertise unterstützen. Und genau, die App ist so das Herzstück. Da haben wir
Alles, was wir in unserem Stack so haben. Natürlich ganz im Vordergrund unser Matchcenter mit Live-Ticker, Matchstories, Video-Highlights, Statistiken etc. Aber natürlich auch außerhalb vom Spieltag versuchen wir ganz viele Angebote zu schaffen, Fans mit der Bundesliga interagieren zu können.
Wir haben glaube ich schon ein bisschen das angerissen bei dem Thema Fan-Centricity oder Storytelling. Wenn ihr euch jetzt entscheidet ein neues Produkt mit zu lauchten oder eure App zu erweitern, wie entstehen denn solche Use Cases? Kannst den Prozess dort teilen, wie er da vorgeht?
Ich würde mal sagen, für so kleinere Features haben wir oft schon entweder Interaktionsdaten oder Fandaten aus kleinen User Researchs oder Umfragen, wo wir schon merken, okay, das ist ein Thema, was sich unsere Nutzer wünschen. Und wir sehen bei Wettbewerbern, dass vielleicht was gut funktioniert. Und dann versuchen wir relativ schnell Prototypen zu bauen, die zu testen. Wir machen gern so ein
Meet the User-Day, wo wir Nutzer einladen und ihnen Prototypen Wir versuchen, daraus wieder eine Entscheidung zu treffen. Wir versuchen, schnellstmöglich in das Produkt zu integrieren und zu launchen. Wir gucken uns dann wieder die Daten an sehen, wie das funktioniert, was vielleicht noch nicht so gut funktioniert. Vielleicht müssen wir noch Verbesserungen durchführen. Wir gucken uns sehr genau diese Interaktionsdaten an. schalten auch da wieder Surveys und Umfragen an und versuchen, so etwas zu
Für größere Features, das ist eigentlich so mein Liebling, da machen wir Design Sprints oder Discovery Workshops, meist mit einem cross-funktionalen Team von Product Design, Entwicklung, User Research, Content und dann schließt man es echt wirklich in einen Raum ein und versucht erstmal mit Stift und Papier eine Lösung zu scribbeln.
ganz basiert meistens auf sehr ausführlichen Researchpapern, die wir vorher schon gemacht haben. bauen am Ende dann der paar Tage Prototypen, laden dann auch wieder Nutzer ein oder schalten die per Video zu, gerade wenn wir Features auch für den internationalen Markt bauen, vertesten die quasi und haben am Ende ein Produkt, wo wir sagen, okay, und jetzt geht es vielleicht an einer Feinausarbeitung durch. So haben wir dann größere Features gebaut in der Regel und
Das hilft Agent total, diese Produkte erlebbar zu machen und halt super früh in der Produktentwicklung schon Daten sammeln zu können.
Der Kundenfeedback ist natürlich bei euch ganz groß. Ihr bezieht die auch rein. Vielleicht hat der ein oder andere Bynd Code-Zuhörer jetzt die Frage, kann ich da mitmachen? Ist das offen oder ist das jetzt von euch? Ihr habt eure Friendly User. Sehr cool.
Das ist offen.
ist offen. Immer gerne, also uns einfach kontaktieren über die Bundesliga-App. Wir haben so Pilotgruppen auch, wo wir schon relativ früh halt neue Features wieder ausprobieren. immer gerne, wenn es gute Ideen gibt. Wir hören da gern zu. Das Most-Fans-Centrically Football League, das ist kein Buzzword, sondern das versuchen wir wirklich jeden Tag zu leben.
glaube, das hört man hier auch schon während der Konversation. Die Technologie ermöglicht es auch, mit A-B-Testing zu arbeiten. Macht ihr auch so was, dass man jetzt quasi in einer gewissen Zeit der einen User-Kruppe das zeigt, der anderen User-Kruppe das zeigt, die Interaktion messt, du bist der datengetriebene Entscheider, ist das was, was ihr auch einsetzt, ⁓ diese Entscheidung dann noch zu refinen und zu verbessern?
Ja, müssen wir tatsächlich auch viel, weil wir halt diese starke Saisonalität haben. Also wir können halt nicht so gut sagen, wir nachdem wir ein Feature entwickelt haben, hat sich gewisser Kennzahl so und so entwickelt, weil wir jede Woche ist halt irgendwie anders. Ich habe halt immer diesen Heartbeat drin. Aber wenn an der Woche Dortmund oder Bayern verloren hat zu Hause, dann gehen gewisse Metriken hoch, die nichts mit unserem neuen Feature vielleicht zu tun haben. Und deswegen macht das total Sinn.
Features vielleicht auch nur für gewisse Chororten mal freizustellen und dann zu schauen, wie das quasi für die Chorte funktioniert, unabhängig von der Dimension Zeit. Das ist für uns echt essentiell, weil ich sonst halt sehr stark die saisonalen Trends drin habe.
Ja, wenn du einen Spike hast, verwischt das die Daten sozusagen. klar. Vorhin hast du gesagt, ihr arbeitet mit AI. Also ich kann mir vorstellen, dass ihr in eurem Kontext schon sehr lange mit Machine Learning unterwegs seid. Und das, was jedem so gehört hat, sich Richtung GenAI schon angehört. Wie weit seid ihr mit GenAI und was macht ihr generell mit AI im Moment?
Total.
Also ich habe am Anfang mal gesagt, das Thema Personalisierung ist für uns echt einer der zentralen Themen. Deswegen haben wir schon vor drei oder vier Jahren hatten wir schon die ersten personalisierten Elemente in der Bundesliga-App. Einfach den Nutzern relevanten Kontext auszuspielen auf Basis der Daten, wir zu jeweiligen Nutzern hatten. Das waren klassische ML-Modelle. Das war gut, aber
Das hat auch sehr gut funktioniert. Das haben wir AB getestet, auch dann genau, wie du eben schon skizziert hattest. Und dann haben gesehen, dass wir zweistellige Prozent Wachstum gesehen haben in Engagement Rates, in Retention Rates, in Time Spent in App-on-Core. Also das war einfach sehr erfolgreich. Und hat uns dazu unterstützt, das weiter voranzutreiben. Die Herausforderung, die wir damals schon hatten, war, wir haben halt einfach nicht genug Content. Also...
Wir wissen zwar, dass du Fan von Preußen Münster bist und können die relevanten Content von Preußen Münster ausspielen. Wir wissen auch, dass der dazu führt, du häufig an die App kommst und mehr Zeit verbringst. Aber wenn wir nicht genug Content haben von Preußen Münster, weil Content damals auch immer noch komplett durch Redakteure erzeugt hier hingekommen sind oder für uns geschichten erzählt haben, dann hat uns das einer gewissen Art Weise limitiert. Und jetzt muss man dazusagen, durch die Entwicklung
Im Gen.AI Bereich spielt es uns jetzt extreme Karten, weil wir so unsere Content-Kreationen skalieren können. Und so haben wir mehr Content nachher, ⁓ den richtigen Content zu richtigen Zeit an den richtigen Nutzer auszuspielen. Das haben wir in den letzten paar Jahren sehr stark genutzt und haben mittlerweile mehrere Use-Cases in Production, wo wir Gen AI also generative künstliche Intelligenz nutzen.
kann auch gerne ein paar Beispiele nennen, was wir auch da schon konkret machen. Ein Beispiel, das ist für mich so ein kleines Lieblingsthema. Da geht es um das Thema Spielberichte. Kennt man vielleicht von der Bundesliga-App oder auch anderen Plattformen. Zu jedem Spiel gibt es nachher einen Spielbericht. Bei der Bundesliga ist es offizielle Spielbericht. Und da wird das Spiel eigentlich rekapituliert. Also steht dann drin, Dortmund gewinnt 2 zu 1 gegen den FSV Mainz zum Beispiel.
Ja, gerne
Das Spiel dann wiedererzählt, es erlebbar zu Das macht bei uns ein Redakteur. Der Redakteur macht aber nicht nur den Spielbericht. Der muss auch gleichzeitig den Live-Ticker befüllen. Das Spiel gucken auf einem anderen Screen. Vielleicht noch bei Social Media gucken, welche interessanten Posts gibt es dazu. Also extreme Multitasking-Aufgabe. Ab der 17. Minute fängt er an, diesen Spielbericht zu schreiben.
Das eine oder andere Spiel wird vielleicht doch in der letzten Minute entschieden. In der Saison vor zwei Jahren gab es glaube ich noch Spiele von Leverkusen, in den letzten Minuten in Nachspielzeit gedreht wurden. Wenn so etwas passiert, dann kann man eigentlich die gesamten Spieleberichte nehmen, in die Tonne kloppen und einen neuen Spielbericht schreiben.
Hat er die
einmal weggeworfen, wieder und von vorne anfangen.
So ungefähr,
Also, Ctrl-A und wieder weg. Und das ist natürlich nicht nur frustrierend, sondern sorgt dafür, dass ich natürlich auch die anderen Aufgaben, ich in der Zeit machen muss, auch nicht ideal machen kann. Was wir aber gesehen haben, war damals, wir haben ja schon super viel relevanten Content in unserem Matchcenter. Da stehen quasi, ist das Spiel quasi erlebbar durch diese Live-Ticker Entries, wo besondere Aktionen im Spiel quasi kommentiert werden per Text durch den Redakteur.
ich habe da Bilder drinn, ich habe da Social Media Post drin. Ich habe alle Statistiken zum Spiel. Wir haben eine ideale Datenbasis, einen Spielbericht zu können. Und wir hatten viele Spielberichte aus der Vergangenheit, einem LMM vielleicht sagen zu können, so sieht ein Spielbericht aus. Wir haben Basis von AWS Bedrock und verschiedenen Large Language Modellen das gemacht. Wir haben uns einen Spielbericht auf Basis von diesen Daten in der Struktur, wie unsere Spielberichte aussehen.
Wir das komplett als Workflow in unserem Content-Management-System integriert. Wir ein eigenes Content-Management-System gebaut vor drei Jahren. eine der Entscheidungen, die wir getroffen haben. Jetzt geht ein Redakteur hin, klickt nach dem Spiel auf Spielbericht generieren. Dann dauert das 20 Sekunden, dann der Spielbericht da. Dann kann er den nochmal ändern. Das ist uns komplett wichtig. Wir haben diesen Human-in-the-loop, haben dieses Human-Oversight, wo ein Redakteur nachher sagt, ich gucke mal, habe alles angeguckt.
Hier wird nicht haluziniert. Vielleicht ändere hier noch mal eine Formulierung ab. Aber in der Regel gehen die zu 95-98 % so durch. Und dann habe ich innerhalb von Minuten diesen Spielbericht. Der Reaktor kann sich während des Spiels komplett auf das Spiel konzentrieren und auf die Aufgaben, die er sonst hatte. muss nicht den Spielbericht mehr schreiben. Und wir haben dieses Time to Delivery nach einem Spiel innerhalb von Minuten verfügbar. Und nicht innerhalb von 15-20 Minuten, je nach Spielausgang. Weil wenn das Spiel nochmal gedreht wurde in letzten Minute, dann kann es halt noch etwas dauern.
Sehr spannend.
Das ist für uns eine
der absoluten Erfolgsgeschichten, was uns super hilft. Ein anderes Thema, wo wir auch komplett neuen Content kreieren. Das seht ihr auch in der Bundesliga-App. Wenn ihr die einmal öffnet, gibt es diese Top-Stories. Das ist Ende ein Format. Stories, das habe ich eben schon kurz erwähnt, was man auch von anderen Apps kennt. Wir hatten damals gesagt, wir wollen auch so Story-Format kreieren. Wir damals eigentlich nur Artikel und Videos auf unseren Angeboten.
und Stories war einfach ein gutes Format für Apps und für Smartphone Nutzung. Wir haben aber gesagt, haben keine Redaktion, die halt zu jetzt noch diese Stories halt bauen können zu den anderen Aufgaben. Was haben wir also gemacht? Wir haben gesagt, okay, wir gehen an LLM. Wir haben wieder Content und zwar haben wir damals auf Basis das eines Artikels gebaut. Also es gibt einen Artikel, keine Ahnung, die top fünf Dinge, du über Hurricane wissen musst. Artikel und dann steht da quasi alles drin, da sind Fotos drin, da sind vielleicht auch wieder Social Media Embatt drin.
Wir gehen in LLM und sagen, wir brauchen aus diesem Artikel eine Story. Die Story hat fünf Slides. Die Story hat immer eine Caption. Die hat vielleicht noch eine Description. Es gibt auch Slides mit Zitaten. Bauen wir daraus eine Story. Am Ende war das sehr viel Prompt Engineering. am Ende natürlich, als wir es gebaut haben, die Konfiguration in den verschiedenen AWS-Services. Am Ende ist es Prompt Engineering.
Jetzt baut ein Agent auf der Basis von Artikeln eine Story. Der Redakteur baut diese Story zusammen. Dann kann der Redakteur die Headline austauschen In 2-3 Minuten ist die Story live und dann in der Bundesliga App. Das war für uns total krass. Wir wären niemals der Lage gewesen,
Content Format zusätzlich als Content Team zu etablieren. Und wir haben im Rahmen von diesem Prozess ganz viele andere Sachen gelernt. Also wir hatten damals ein kleines Team aufgesetzt, was genau diese Aufgabe bekommen hat. Das war übrigens eine Idee, die aus so einem Designsprint geboren worden ist. Also wir hatten mal damals gesagt, wir einen Designsprint aufgesetzt und gesagt, wir wollen diese Stories haben und die sollen über KI gebaut werden. Und daraus ist dann diese Idee gekommen.
Während des Prozesses haben wir ganz viele Sachen gelernt. haben zum Beispiel gemerkt, wir haben eine Fotodatenbank, die wir zusammen mit unserem Partner Getty betreiben. Da sind 150.000 Fotos drin, den letzten Saisons. haben Fotografen im Stadion an jedem Spieltag. Aber wir hatten das Problem, dass diese Fotos nicht mit den richtigen Metadaten versehen waren. Und deswegen, wenn wir nachher einen Artikel hatten, dann waren vielleicht in diesem Artikel nur zwei Fotos drin, wir hatten aber eine Story mit fünf Slides.
Wir haben ein Side-Project aufgemacht. Jetzt wird ein Foto hochgeladen. Dann läuft Amazon Recreation drüber.
Das ist Bayern und Dortmund. Der guckt in den Exif-Daten. Das ist an dem und dem Tag. Also muss es der Spieltag sein in der Saison. Und dahinter liegen natürlich auch wieder technische IDs. Das heißt, kann nachher auch wirklich das dem einzelnen Spiel zugeordnen. dazu haben wir auch noch mal Emotionen in den Daten drin. Also wir wissen zum Beispiel, ob jemand traurig war. Ob es eine Szene ist, die aus der Vogelperspektive aufgenommen war. Und können halt so sehr genau zu dem einzelnen Slide das passende Foto aussuchen.
Das war ein Side-Project, wie ein Lego-Baustein, das wir zwischendurch gelöst haben. Wir haben eine Torszene drin, aber zu dem Tor hat der Fotograf, der im Stadion sitzt, noch nicht das Foto hochgeladen. Was machen wir? Wir holen das Foto aus dem Video-Signal. Das Video-Signal hat vielleicht nicht die richtige Auflösung. Auch da wieder über AI ein Upscaling integriert. Wir haben ganz viele Probleme zwischendurch gelöst, ⁓
Nachher ein Produkt bauen zu können und haben das mit einem Ansatz gemacht, wo wir sehr früh gesagt haben, wir haben mal ein Team, die bauen das auf und wir lassen die machen. Und am Ende zählt quasi das Ergebnis. Und so sind wir dahin gekommen und haben am Ende ein Produkt geschaffen, was jetzt mein Kernbestandteil der User Experience der Bundesliga abgebunden ist.
Sehr cool. erst mal Glückwunsch. Ich glaube, viele Leute sprechen über Gen.AI im Moment. Viele Leute machen Experimente, aber ihr habt's schon wirklich in Produktion laufen. wart früh einer der Leute, ja auch schon, oder eine der Teams, das wirklich getestet haben. Du hast von diesen spezifizierten oder spezialisierten Innovation Teams bei euch gesprochen, denen ihr wirklich Freiraum gegeben habt. Dass das ein Schlüsselmoment war.
Wusstest du das gleich von Anfang an, dass wir sagen, okay, die müssen wir jetzt Platz geben oder wie sieht das bei euch in der AI-Strategie aus oder ist das generelles Pattern, dass wenn ihr neu am Design Thinking was identifiziert, kriegt das erst mal eine kleine Gruppe und die starten dann unabhängig von all dem. Wie sind deine Gedanken dazu?
Ich ticke grundsätzlich so, dass wir auf sehr viel Freiheit und Eigenverantwortung der Teams setzen. haben hier vor sechs Jahren mittlerweile das OKR-Framework eingeführt, wo wir am Ende aus der Managementebene Ziele vorgeben. Wir so und so viele 100.000 monthly active User in der Bundesliga-App haben.
Versuchen das noch mal runterzubrechen auf einzelne Quartale und zu sagen, okay, das zu erreichen wollen wir vielleicht, keine Ahnung, die SunAm Success Rate verbessern, aber geben am Ende Ziele vor, meistens Matrix noch mal konkret vor. Und eigentlich gehen dann die Teams bei uns los und sagen, okay, das erreichen zu können, dann versuchen wir vielleicht für die SunAm Success Rate, versuchen vielleicht die Onboarding Journey so zu gestalten, dass einzelne Steps vielleicht weggelassen werden können, etc. Also die Teams haben eine sehr hohe Eigenverantwortung, bei uns Ziele zu erreichen und werden nur quasi nachher gemessen, ob sie nachher
Das Ziel ist, nicht an dem Output, den Sie nachher generieren. Vielleicht können Sie das einer Maßnahme schon erreichen und kriegen so wieder Zeit geschaffen, sich andere Themen wieder zu widmen. Wir haben einen sehr großen Freiraum generell in der Produktentwicklung. Grundsätzlich haben wir
Zum Glück haben wir ein Team aufgebaut, das mit der Eigenverantwortung umgehen kann. Und unser hohes intrinsisches Motivation hat, besseres Produkt zu Wir wussten damals das Ergebnis aussehen kann. Wir dem Team bewusst viel Freiraum gelassen. Gerade explizit bei KI der Entwicklungsschwindigkeit es so rasant, dass ich gar nicht abschätzen kann,
Wie die Situation in 6 oder 12 Monaten aussieht. heißt, muss diesem Team eigentlich in den Freiraum lassen und kann eigentlich gar nicht so viel vorgeben. Sonst wird es einfach nur eigentlich limitiert.
für Key Results ist die Methode, ihr einsetzt. Mit KI bekommen wir dann teilweise Effekte hin, die man sich vorher nicht vorstellen könnte. Musstest du schon mal ein Key Result, also so ein Result, was man wirklich messen kann, korrigieren nach oben? Ich kann mir gerade vorstellen, das mit dem Redakteur hat euch ja ⁓ Magnituden weiter nach vorne gebracht. Hattest du in deiner Erfahrung schon mal ein Key Result, was du nach oben korrigieren konntest durch den Einsatz von AI?
Ja, jeden Fall. Wir haben schon seit Langem eine Partnerschaft mit WSC. Das ein Unternehmen aus Israel, was uns hilft, on scale automatisiert mit KI Video Clips zu generieren. Wir haben das sehr stark in der User Experience der Bundesliga-Apps so genutzt. Wir haben ein Produkt am Ende gebaut, das sehr stark auf diese Shortform-Video-Content setzt.
Wir uns Ziele vorgegeben, wie viele Video-Views wir pro User erreichen wollen. Die haben wir nach kurzer Zeit schon übertroffen. So dass wir dann auf Katarspeise gehen und wir haben uns das Ziel erreicht. Das haben wir dermaßen übererfüllt. So wie unser Forecast aussieht, wir das in nächsten Worten übererfüllen. Lasst uns die Bar nach oben setzen und zu gucken, wie wir auf die nächsten X Prozent
Sehr coole, coole Stories. hast darüber gesprochen, dass ihr viel schon agentig wirklich agentengesteuert, autonom laufen lasst. Du hattest über gewisse human-in-the-loop gesprochen. Die Prompt in den Agenten oder wie ihr die Agenten aufgebaut habt, das hat ja nicht beim ersten Wurf gesessen sozusagen. Wie iteriert ihr darüber? Sammelt ihr irgendwie Feedback, wie die Performance von euren Agenten ist? Versucht ihr unterschiedliche Prompts? Kannst du da ...
noch mal einen Doppelklick drauf machen und mehr hast du mehr Details für uns.
Ex-Kollege hat mal gesagt, wir haben the biggest testing army you can get. Also wir haben halt einfach einen super hohen Pool an Mitarbeitern, Freelancern etc., die wir super früh in der Produktentwicklung mit einbinden können. gerade wie man nicht hatte gesagt, wir arbeiten gerade mit unserem neuesten Feature Captain. Das ist so ein conversational AI Agent, wo ich nachher die Möglichkeit habe, wie mit so einem
Chat-GPT oder in der WhatsApp diese kleine Bubble sprechen zu können und über die Bundesliga fragen zu können und der mich aber auch wieder mit der Bundesliga in Verbindung bringt und sagt, hey, gleich spielt FC Köln gegen Union Berlin. Weißt du eigentlich schon die Start-Up-Stellung? Hast du eigentlich die Tore von Lukas Bielewski schon gesehen? Willst dir vielleicht das nochmal anschauen? Also ich kann halt alle Fragen stellen und mit dem interagieren. im Rahmen von diesem Entwicklungsprozess versuchen wir schon sehr früh Leute einzubinden, ⁓ genau daraus zu lernen, auch zu gucken, wie funktioniert
nicht nur das Produkt, sondern wie funktioniert auch die KI dahinter? Fängt die an zu halluzinieren? Sehen wir irgendwelche Edge-Cases, die wir vorher nicht abgebildet haben? Müssen wir vielleicht noch stärkere Guardrails vorgeben, dass er jetzt nicht fragt, wie er seine Versicherungen irgendwie optimieren soll? Also, wir lernen halt total aus diesen Daten. Und das Gleiche haben wir auch für die Themen gemacht, die ich eben erwähnt hatte in der Content-Kreation. Also, wir haben da so ein Content-Team zusammengearbeitet und gesagt, hey, aber das ist die erste Iteration dieser Spielberichte.
Das war ein
Das ist eine richtig gute User Experience für die App. Das ist, glaube ich, unabdingbar. So versuchen wir auch unsere Prozess- und Workflows zu designen.
Das heißt, die Menschen immer noch mit im Fahrersitz, die treffen die Entscheidung. Sehr spannend. Eine Sache, die die LLMs sehr gut können, ist natürlich auch internationalisieren. Ich kann mir vorstellen, dass ihr auch ein sehr internationales Publikum habt. Setzt ihr die LLMs auch dafür ein?
Ja, also wir setzen sie vor allem auch wieder in der Matchday Experience ein. Und zwar gab es in der Vergangenheit bei uns für die Spieler der zweiten Bundesliga ein Redaktionsteam, was einzelne Spiele dann auch quasi live gecovert hat. Das heißt, da gab es dann
Englischsprachredakteure, die ein Spiel getickert haben. wir waren einfach so personell so aufgestellt, dass wir es nicht für alle Spiele machen konnten. Also wenn jetzt, keine Ahnung, der Song Schalke gegen Hannover spielt, irgendwie Topspiel, zweite Liga. Klar hatten wir dann Redakteur. Aber wenn vielleicht zwei kleine Vereine miteinander gespielt haben, konnten wir das nicht covern. Dann war die Experience für den Fan einfach nicht so gut. Wir hatten aber das immer für alle Deutschen, für unsere deutsche Community.
Wir haben uns deutschen Redakteur der uns Englischen Channel crossposten So können am Wochenende alle Spiele betreuen und ein englischsprachiges Angebot anbieten.
einen engsprachen Redakteur, sich um ein Entry durchführt und mir die Anpassungen
Glaubst du, dass irgendwann vielleicht in der Zukunft oder auch in weiterer Zukunft wir auch die Kommentatoren unterstützen können? Das heißt, wenn wir jetzt hier einen deutschen Kommentator haben und eine, du hast eben gesagt, spanische Community oder sowas, dass wir das Spiel simultan in eine andere Sprache, vielleicht auch so mit dem Style, wie dort kommentiert wird. Man sieht ja immer manche, wir haben da richtige Tore, genau solche Geschichten.
Siehst du das in dem Möglichkeitraum? Also im Moment sieht man das ja auf YouTube schon getestet. ist nicht ganz so gut. Glaubst du, das ist in greifbarer Nähe?
Wir testen intensiv, Audio-Tonspuren zu übersetzen. Für On-Demand-Formate funktioniert das sehr gut.
Da bekommen wir einen Transkript zu dem Video, wo ich genau weiß, was der Sprecher wirklich sagt. Wir haben eine Struktur dieser Inhalte noch mal stark aufbereitet. Da ist viel Preparation Work für nötig ⁓ nachher gutes Ergebnis zu erzielen. Wir haben es auch für live getestet, auch mit verschiedenen Partnern, auch bei anderen Angeboten gesehen.
Da ist das Ergebnis nicht so gut aktuell, dass wir das so anbieten würden. Wir haben einfach gewisse Qualitätsstufe, die wir irgendwie abdecken wollen. haben eine hochklassige Brand und ist aktuell nicht so weit. Aber wenn wir aber zurückdenken, was hätten wir vor zwei Jahren gesagt, was heute zutage möglich ist, also das auszuschließen, ob es in der Zukunft vielleicht mal sein soll, dann würde ich mich in der Aktuellen Zeit schwer tun. ich glaube, das ist das.
Die Geschwindigkeit in der Entwicklung der Lösungen ist einfach rasant. Aktuell sind wir noch nicht so weit, aber vielleicht ist nächstes Jahr dieser Aussage auch schon wieder veraltet.
Im Moment geht das ja Schlag auf Schlag, teilweise Monatsabschnitten oder Halbjahresabschnitten, dass sich die Technologie so weiterentwickelt. Aber es ist vielleicht ein gutes Stichwort. Wir haben jetzt oft in die Vergangenheit geschaut und das mit der jetzigen Zeit verglichen. Wenn du jetzt mal ein bisschen nach vorne schaust, mit all den Möglichkeiten, die du vielleicht in deinem Research auch selbst schon oder auf deinem Notizzettel hast, wie schauen wir oder wie erleben wir denn Fußball in der Zukunft? Vielleicht in zwei Jahren oder zwei Jahren plus?
Was siehst du dort? Wie wird sich das verändern aus deiner Sicht?
Ich glaube voll an dieses personalisierte Fannerlebnis. glaube das ist die große Stärke auch vom Fußball, weil jeder Fan ist einzigartig. Das fängt ja schon mit dem Lieblingsverein an, dann vielleicht mit seinem Alter an, seiner Herkunft. Es gibt so viele Arten von Dimensionen. Jeder Fan erlebt dieses Spiel auch ganz anders.
Nach dem Spiel spreche ich oder vor dem Spiel spreche ich. Was erwartest du vom Spiel oder wie hast du Spiel erfunden? Erzählt dir jeder eine andere Geschichte. Und ich glaube, ist eine große Stärke, die wir haben. ich glaube, durch Technologie kannst du ihm genau das darstellen mittlerweile. Du kannst halt eine sehr individualisierte User Experience darstellen. Deswegen glaube ich total daran, dass unsere App für jeden Nutzer in Zukunft sehr anders aussehen wird. Basis seines Daseins und seines Profils.
Und ich glaube total daran, dass das Contentangebot durch KI ein Vielfaches wachsen wird und wir da dann auch genau dieses personalisierte Angebot eigentlich erst bereitstellen können. Und ich glaube für die gesamte Branche, unabhängig vom Fußball, ich einfach, dass die Art und Weise, wie wir arbeiten, sich halt einfach fundamental verändert. Ich hatte letztens bei uns in einem Team-Meeting gesagt, eigentlich jeden Job, den wir jetzt heutzutage machen, den gab es vor 15 Jahren nicht. Also es gab auch keinen.
Es Podcast, es gab vielleicht einen Radiokommentator, der vielleicht auch Leute interviewt, aber es gab keinen Podcaster, es gab keinen React Native Entwickler und es gab auch keinen Data Scientist. Und wir merken halt ja jetzt schon, dass sich die Art und Weise, wie wir mit dieser Maschine hier interagieren, sich radikal verändert. Und ich glaube, so wie sich der Fußball verändert, sich auch halt unser Leben, digitales Leben und unser Leben generell verändern, weil durch KI einfach sehr, sehr viele
Wer weiß, das in 5 oder 10 Jahren aussieht. So offen müssen wir alle sein für Veränderungen.
Ja, sicherlich. Wie schätzt du denn dieses Thema ein? Augmented Reality. Also die Hersteller experimentieren sehr viel mit den Brillen. Moment haben sie wahrscheinlich noch nicht den Formfaktor, wir benötigen. Aber siehst du auch eine Welt, wo wir im Stadion zusätzliche Daten jetzt zu unserem Fan-Erlebnis bekommen, dass du quasi einfach das, was
Ja.
Zuhause im Wohnzimmer auf dem Glas sozusagen, dass ihr ein weiteres Glas hinzubekommt und das ist eventuell die Brille oder was sind deine Gedanken zu diesem Thema?
Sehr ambivalent muss ich sagen. Wir haben schon sehr früh mit dem Thema AR, also Augmented Reality, experimentiert. 2019 so hatten wir schon ein Case mit dem VfL Wolfsburg mit Fortuna Düsseldorf durchgeführt, wo wir sowohl Smartphone-Applikationen gebaut haben, als auch damals für die ersten VR- und AR-Brillen. Du eine Brille auf und du hast dein Smartphone, du guckst quasi das Spiel.
Das war schon ein technologisch. Das war mit der Datensynchronisation noch einmal etwas herausfordernd. man muss sagen, dass mich persönlich die Devices noch nicht so weit sind. Als Apple ihre Glasses rausgebracht hatte,
In unserem Team hat jeder dass das jetzt verändern Wenn das einer Consumer Facing hinbekommt, ist das Apple. Also von meinen Freunden hat keiner diese Apple Glasses. Ich habe es leider noch nicht gesehen. Ich persönlich sehe es im Stadion irgendwie anders. Ich habe eben gesagt, im Stadion versuche ich selber diesen Moment anders zu erleben als auf das Handy zu gucken oder mit so einer Brille zu stehen.
Aber auch da, wer weiß, wer in Zukunft die Stadionsbesucher sind und wie sich das Medienkonsumverhalten verändert. Vielleicht verändert sich das noch, vielleicht gibt es auch irgendwann Kontaktglinsen etc., die einen vielleicht nicht mehr so stören, wie so eine riesige Brille auf dem Kopf zu haben. Ich glaube, da muss man einfach offen sein. wenn wir sagen, wir sind most fan-centric, wenn unsere Fans in Zukunft sowas vielleicht als Erwartungshaltung haben, dann versuchen wir in Zukunft auch solche Produkte schaffen zu können.
Ich glaube, das, was du gesagt hast, echt der Punkt, Moment genießen im Stadion, auch vielleicht mit den Leuten einen herum. Das habe ich mir gerade eben vorgestellt, als du dir das Handy hochgenommen hast und man dann nur noch auf dem Handy guckt und dann dadurch noch, dann kannst du auch zu Hause bleiben. Also ich glaube, diese Geschichte bleibt nach wie vor einfach das Stadion-Feeling, was alle echten Fans lieben. Sehr schön.
Ja.
Ich sehe das persönlich auch so, aber da muss man dazusagen,
wenn ich mal durch die Ränge gucke und sehe, wie vielleicht der eine oder andere Zwölfjährige da sitzt, der hat ja sein Handy in Hand. Und macht halt irgendwas anderes dabei und ob der jetzt vielleicht dann eine Applikation nutzt, zusätzliche Inhalte und Daten zu einem Spiel zu bekommen oder ob er parallel bei TikTok irgendeinen Quatsch schaut. ich glaube, ist es. In Köln sagt man, jeder hier hat was anderes. ⁓
Bis jetzt.
Ja, sehr
gut. Das sind dann vielleicht einfach Themen, die wir dann besprechen können, wenn du wiederkommst in den Podcast. Lieber Alexander, wir haben jetzt hier eine Stunde schon gerissen. Wenn Leute dich connecten möchten oder auf dich zukommen möchten, wo finden sie dich? Wo können sie mehr darüber lesen oder sich anschauen, was wir hier besprochen haben? Habt ihr einen Blog oder habt ihr einen YouTube-Channel, den wir teilen können?
Genau.
Ja, also die Bundesliga selbst natürlich auf diversen Angeboten unterwegs. Ich glaube, es gibt keinen Social Media Channel, wo wir nicht präsent sind. Vor allem was wir mit unserem Team so machen, gerne die Bundesliga runterladen und nutzen und uns vor allem sagen, was euch gefällt und was euch nicht gefällt. Das hilft uns sehr. Ich persönlich bin bei LinkedIn, also einfach mein Namen suchen, Alexander Altenhofen eigentlich. Da findet ihr mich. Ich poste ab und zu so ein paar Sachen, die wir neu machen. Dazu gibt's
auf dfl.de, relativ viele Innovationskommunikationen, also Themen, wir rundherum ⁓ das Produkt der Bundesliga machen, also gerne auch da einmal reinschauen.
Das sehr schön, werden wir auf jeden Fall in den Shownotes verlinken. Jetzt bleibt mir noch die Androhung vom Anfang. Du hattest ja die Frage beantwortet von dem Niklas aus dem vorigen Podcast. Hast du eine Frage, die ich mitnehmen kann für meinen nächsten Gast?
Ajo.
Die Frage für den nächsten Gast, da bleiben wir beim Thema Programmieren, wird es in zukünftigen Programmiersprachen geben? Oder wird das nicht am Ende obsolete, wenn irgendwelche Agents einfach auch so miteinander kommunizieren können?
Alles klar, sehr cool. Werd ich auf jeden Fall mitnehmen. Ich bin schon gespannt. Ich hoffe, du hörst dann auch rein, was die Antwort sein wird. Und an alle anderen, vielen Dank, dass ihr heute mit dabei wart. Also ich fand es total spannend. Ich habe immer mehr gemerkt, wie wichtig datengetriebene Entscheidungen sind. User-Testing ist extrem wichtig und ich war total erstaunt über das, was die DFL macht. Ich hoffe, euch hat es genauso gefallen. Liked und subscribed den Podcast und schreibt gerne einen Kommentar.
Werd ich machen.
und wir sehen uns in der nächsten Episode. Vielen Dank, ciao!
Vielen